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Wild­nis-Schmaus mit
Wild­grün, Wie­sen­pi­lzen, Mai­kä­fern und Zwetsch­gen­ker­nen

(17 Früh­lings­ta­ge lang Wild­nis-In­stinĸ­to)

Im Jah­re 2010 nur noch ver­ein­zelt und zu­gleich nur sai­so­nal Be­schäf­ti­gungs­ver­hält­nis­se ge­fun­den ha­bend, die zwecks zu­frie­den­stel­lend­ster Er­le­di­gung der Ar­beits­auf­trä­ge mir ─schöp­fungs- und be­darfs­ge­recht mich ener­ge­tisch auf­bau­en­de─ Ver­pfle­gung gut er­mög­li­chen, folg­te ich im Mai er­neut ei­ner Ein­la­dung in die ma­zu­ri­sche Na­tur, wo es mir dann erst­mals ge­lun­gen ist, mich Früh­lings 17 Ta­ge lang von aus­schließ­lich hei­mi­scher Um­ge­bung −zwar nicht ener­ge­tisch auf­bau­end, aber da­für na­tur­qua­li­ta­tiv und oben­drein ko­sten­los− (roh)­zu­er­näh­ren.

Dank
  • (trotz aus­schließ­lich [ro­her] Früh­lings­wild­nis­nah­rung) ziel­stre­bi­ger Be­ach­tung des Er­näh­rungs-In­stinkts
  • und ei­ner be­son­de­ren Art des mich-Ein­stel­lens auf das gu­te Ge­lin­gen die­ser Ver­pfle­gungs­wei­se
ver­lief die­smal al­les so­gut wie oh­ne un­lieb­sa­me Zwi­schen­fäl­le.

· Be­ginn war mit­tags am 4· des Mo­nats und Schluſs im glei­chen Mo­nat am 21· zur glei­chen Ta­ges­zeit.
· Zum Schluſs fühl­te ich mich erst­mals da­zu in der La­ge, be­deu­tend län­ger durch­zu­hal­ten als ich hier­für zeit­lich mir gut ein­rich­ten konn­te.
· Über­nach­tet hab ich in ei­ner Stroh­üt­te.

Strohhütte
er­ste Halb­zeit

Bis zum 9­ten hat­te ich ich haupt­säch­lich Wild­grün zur Ver­fü­gung. Da­ne­ben klei­ne Pil­ze in Feld und Wald, Wild­zwetsch­gen­ker­ne un­ter den ent­spre­chen­den Bäum­chen so­wie gro­ße Amei­sen. Und auf der Rück­sei­te der Stroh­hüt­te be­fand sich (wohl auf­grund mei­nes Ein­zugs) ein ver­las­se­nes Vo­gel­nest mit sie­ben an­ge­brü­te­ten Ei­er­chen. Zu­dem bin ich bald auf ei­ne Bor­ken­kä­fer­fal­le auf­merk­sam ge­wor­den, an des­sen In­halt ich mich mit Freu­de re­gel­mä­ßig be­dien­te. Mein Trink­was­ser ent­nahm ich ei­nem gro­ßen Schilf­teich. Mein Be­darf dar­an war null bis gut ei­nem Li­ter täg­lich.

Schilfteich

Viel des Grüns mun­de­te mir in den er­sten Ta­gen noch nicht, aber haupt­säch­lich Lin­den­blät­ter, Lö­wen­zahn­stän­gel, (wild wach­sen­de) Knob­lauch­stän­gel (als Er­satz für ver­miſs­ten Bär­lauch), Wie­sen­ker­bel­stän­gel, Vo­gel­mie­re und in ge­rin­ge­rem Um­fang et­li­ches an­de­re.

Lindenblätterzweig


Löwenzahnstängel


Knoblauchbeet


Vogelmiere

Der Wie­sen­ker­bel scheint of­fi­ziel­len An­ga­ben zu­fol­ge zwar als fa­se­rig zä­he −da­her un­er­wünscht sehr wert­ver­min­der­te bis wert­lo­se− Fut­ter­pflan­ze zu gel­ten, aber die­se Be­wer­tung ist laut mei­ner per­sön­li­chen Er­näh­rungs-Er­fah­rung le­dig­lich in blü­hen­dem Zu­stand ge­recht­fer­tigt. Denn vor sei­nem Blü­hen mun­den mir des­sen ge­schäl­te Stän­gel ─sie­he nach­fol­gen­des Licht­bild─ zu­meist wun­der­bar saf­tig zart nach Sa­lat­gur­ke mit ei­nem deut­li­chen Hauch von Rha­bar­ber, was ihn für mich zur wert­vol­len Nah­rungs­pflan­ze macht — er­heb­lich wert­vol­ler als die (vom Markt größ­ten­teils ver­lang­ten bzw· leicht­fer­tig in Kauf ge­nom­me­nen) üb­li­chen Agrar­pro­duk­te, ….

Wiesenkerbelstängel

Wie die von mir ver­zehr­ten Pil­ze hei­ßen und in­wie­weit sie als eſs­bar gel­ten (ins­be­son­de­re roh) ist mir völ­lig un­be­kannt. Für ge­wöhn­lich ist dies zwar hoch­gra­dig le­bens­ge­fähr­lich. Aber wes­we­gen ich sie nicht zu ken­nen brau­che ist in den Da­tei­en 6 bis 8 be­reits aus­führ­lich ge­schil­dert. Un­ter­stüt­zend kommt noch das (schon lan­ge) sich-Ent­le­digt ha­ben al­ler durch Hit­ze ent­stan­de­ner (Nah­rungs)­Sub­stan­zen hin­zu. Hin­zu kommt auch das be­son­ders ge­naue Ein­ge­hal­ten­ha­ben der (in den Da­tei­en ge­schil­der­ten) In­stink­ti­ven Sper­ren. So­bald die­se Sin­nes-Emp­fin­dung da­mit be­gon­nen hat, den Pilz wi­der­lich zu fin­den ─gleich ob be­reits beim er­sten Biſs oder erst erst nach wei­te­rem—, hab ich den wei­te­ren Ver­zehr un­ver­züg­lich ein­ge­stellt. In der zwei­ten Halb­zeit der 17­tä­gi­gen Wild­nis-Ver­pfle­gung hat mir mal ein Pilz schon von An­fang an der­ma­ßen ab­sto­ßend gif­tig ge­schmeckt, daſs ich ihn dar­auf so­fort in ho­hem Bo­gen wie­der aus dem Mund hin­aus­schleu­der­te.
Dies ist wie ge­sagt
  • wenn man kein kon­se­quen­ter Roh­köst­ler ist,
  • mit dem In­stinkt noch un­er­fahr­en ist
  • und vor al­lem wenn man ei­nen Teil der Pil­ze hin­ter­her [gleich ob heiß oder als Kü­chen­roh­kost] zu­be­rei­tet
selbst­ver­ständ­lich ver­dammt le­bens­ge­fähr­lich!

kleiner Lamellen-Pilz


kleiner Lamellen-Pilz


kleine Lamellen-Pilze

An Zwetsch­gen­ker­nen knack­te ich (in der er­sten Halb­zeit der rund 2½ Wo­chen) al­le ein bis zweit Ta­ge un­ge­fähr 50 bis 100 Stück. Es wa­ren vie­le tau­be dar­un­ter, wes­we­gen ich schät­zungs­wei­se 25 bis 50 Stück dann ge­ges­sen hab. Als be­son­ders lec̓­ker emp­fand ich sie, wenn sie an­ge­go­ren wa­ren; doch das war meist nur ver­ein­zelt der Fall. Die an­de­ren lö­sten man­chmal nach ei­ner nicht vor­her­seh­ba­ren Ver­zehr­men­ge ei­ne Wei­ter­Eſs-Sper­re aus, was sich durch un­an­ge­neh­men Bit­ter­man­del­ge­schmack be­merk­bar ge­macht hat.

geschälte Zwetschgenkerne

Ge­le­gent­lich aß ich zur Ab­wechs­lung ei­ni­ge gro­ße Amei­sen. Und den pi­ni­en­ker­nig lec̓­ke­ren In­halt der Bor­ken­kä­fer­fal­le aß ich al­le ein bis zwei Ta­ge voll­stän­dig auf. Die Aus­beu­te lag zwi­schen null und un­ge­fähr 150 ger­sten­korn­gro­ßen Männ­chen. Ganz lec̓­ker (zwi­schen Ei­gelb und Fleisch) fand ich auch zahl­rei­che Amp­fer­blatt­kä­fer. Wei­te­re Kerb­tier-Ar­ten dien­ten mir vor­erst nur sehr ver­ein­zelt als Nah­rung.

Fanghalm im Ameisenhaufen


Ameisen auf Fanghalm


Borkenkäfer


Ampferblattkäfer

Die (sie­ben vom Vo­gel ver­las­se­nen) Ei­er­chen hab ich bin­nen drei­er Ta­ge auf­ge­ges­sen. Zwi­schen­durch hab ich mir mal den In­halt an­ge­se­hen. Weil er mit ro­ten Äder­chen durch­wach­sen war, hat mich kurz et­was (an­er­zo­ge­ner) Ekel er­faſst. Als ich mich beim näch­sten Mal oh­ne hin­zu­se­hen nur auf den (köst­li­chen) Ge­schmack sam­mel­te, hat der Ekel sich ganz und gar in Wohl­ge­fal­len auf­ge­löst.

verlassenens Vogelnest mit Gelege


zwei­te Halb­zeit


Am fünf­ten Wild­nis­ver­kö­sti­gungs­tag (dem neun­ten Mai) fand ich zur Ab­wechs­lung end­lich mal et­was, das er­heb­lich nahr­haf­ter ist als das (kaum nahr­haf­te und mich in­zwi­schen ziem­lich be­we­gungs-trä­ge ge­macht ha­ben­de) Grün­zeugs, denn mor­gens las ich ei­ne frisch ver­un­glück­te am­sel­gro­ße (80 Gramm schwe­re) Dros­sel vom Stra­ßen­rand auf. Und am frü­hen Nach­mit­tag be­merk­te ich die er­sten ein­ge­trof­fe­nen Mai­kä­fer — al­ler­dings nur in platt­ge­fah­re­nem Zu­stand. So nahm ich mir am spä­ten Nach­mit­tag erst­mal den Vo­gel vor, des­sen Fleisch (nebst ei­ni­ger In­ne­rei­en) mich trotz der ge­rin­ger Men­ge wie­der deut­lich be­we­gungs­freu­di­ger mach­te.

auf der Landstraße frisch verunglückte amselgroße Drossel


zerlegte Drossel

Tags dar­auf und an al­len wei­te­ren Mai­ta­gen hab ich reich­lich Mai­kä­fer vor­ge­fun­den. Täg­li­che Ver­zehr­men­ge: mei­stens zwi­schen 60 und 200 Stück; ein ein­zi­ges Mal ─am viert­letz­ten Tag─ wa­ren es 260. Ei­ner wiegt rund ein Gramm und die Hälf­te da­von sind un­zer­kau­ba­re Scha­len­tei­le. Die­ses­mal fand ich sie lec̓­ker nach Eig­elb und an­ge­go­re­nem Ko­kos­fleisch mun­dend (wo­bei an­ge­go­re­nes Ko­kos­fleisch mir wie­derum wie sü­ße Sah­ne mun­det). Die Eſs­sper­re hat sich ─wie beim Wild­grün─ über­wie­gend am Zahn­fleisch be­merk­bar ge­macht, in­dem es die har­ten Chi­tin­tei­le ─ähn­lich den zä­hen Wild­pflan­zen­fa­sern─ als lä­stig zu emp­fin­den be­gann.
        Oft hab ich die Kä­fer ein­fach von den Blät­tern ge­pflückt; sind die Blät­ter zu hoch ge­we­sen, so hab ich die gro­ßen Kä­fer mit ei­nem lan­gen Stock her­un­ter­ge­kit­zelt oder ab­ge­an­gelt. Nie­mals ha­ben sie ei­nen Baum leer­ge­ges­sen. Al­le Bäu­me stan­den und ste­hen in üp­pi­gem Grün. So­bald rund ¼ des Blät­ter­wer­kes auf­ge­ges­sen war, such­te die lec̓­ker nähr­stof­fe-rei­che Nahr­ung sich flie­gend ei­nen neu­en Baum. Für mich sind die­se Brum­mer ei­ne mir hoch­will­kom­me­ne Köst­lich­keit (ganz im Ge­gen­satz zu dem, was für den üb­li­chen Markt zu­meist pro­du­ziert wird).


Maikäfer

Die von mir (in der zwei­ten Halb­zeit) ver­zehr­te Wild­grün-Ta­ges­men­ge be­läuft sich auf schät­zungs­wei­se min­de­stens ein Ki­lo­gramm. Et­was groß­zü­gi­ger ge­schätzt auf min­de­stens 1½ Kg. Im näch­sten Licht­bild ist ei­ne (mir be­son­ders gut ge­mun­det ha­ben­de) groß­wüch­si­ge Form (¿oder Unter­art?) der Vo­gel­mie­re ab­ge­bil­det. Auch Sau­er­amp­fer, der mir an­fangs gar nicht brauch­bar schmec̓­ken woll­te, hab ich von nun ab als zu­neh­mend an­ge­nehm emp­fun­den. End­lich schmeck­ten mir auch ei­ni­ge Fin­ger voll Sau­er­klee. An ei­nem Tag, an dem ich ei­ne Hand­voll den Win­ter über­stan­den ha­ben­de Ha­ge­but­ten ge­nos­sen hab, hab ich auch ei­ni­ge Stän­gel der Di­stel mit Ge­nuſs ge­ges­sen.

großwüchsige Vogelmiere


Sauerampfer


Sauerklee


Distel

Am 11­ten Mai sind mir auf Stroh­bal­len klei­ne Tint­lin­ge und Be­cher­pil­ze auf­ge­fal­len. Die Tint­linge sind nur drei Ta­ge lang ver­füg­bar ge­we­sen und wa­ren da­nach ver­fal­len. Bis da­hin hab ich täg­lich bis zu 20 Stück da­von ge­nos­sen. Die Be­cher­pil­ze wa­ren dau­er­haft. Von de­nen hab ich täg­lich zwi­schen drei und sie­ben Stück mir schmec̓­ken las­sen. Bei­de Pilz­ar­ten wa­ren we­gen ih­rer Fa­sern­lo­sig­keit (und Chi­tin­lo­sig­keit) für mein Zahn­fleisch ─im Ge­gen­satz zum Grün ﴾und zu den Mai­kä­fern﴿─ an­ge­nehm schmei­chel­haft.

Tintlinge auf Stroh


Becherling auf Stroh

Wild­obst war na­he­zu kei­nes auf­find­bar. Aber am 17­ten Mai fiel beim Mai­kä­fer-Su­chen mein Blick auf ei­nen Ha­ge­but­ten­strauch, des­sen Frü­chte den Win­ter gut über­dau­ert ha­ben. Die mir ge­wöhn­lich kratz­bür­stig und zu sau­er mun­den­den Hä­gen ha­ben mir aus­nahms­wei­se an­ge­nehm nahr­haft süß ge­schmeckt. Im Lau­fe des Ta­ges aß ich den Strauch ─mit sei­ner Hand­voll Bee­ren─ leer.

Hagebutten

Zwei­mal fand ich ei­ne gro­ße Ma­de und die­se je­weils über­aus lec̓­ker.

große Made


leich­te Ge­schmacks­sinn-Miſs­ach­tung

Am 16­ten Mai er­kun­dete ich ei­ni­ge Ki­lo­me­ter ent­fernt von mei­ner Un­ter­kuft ei­ne mir land­schaft­lich bis da­hin un­be­kann­te Ge­gend. Weil ich in die­ser kaum et­was mir just schmack­haf­tes auf­fin­den konn­te und auch kei­ne fri­schen Mai­kä­fer, hob ich zwei bis drei platt­ge­fah­re­ne von der Stra­ße auf und ver­zehr­te sie, ob­wohl sie et­was ko­mi­sch schmeck­ten. Zu­rück in der Nä­he mei­nes La­ger­plat­zes hab ich dann zahl­rei­che fri­sche auf Zit­ter­pap­peln ge­fun­den und ver­sucht zu es­sen. Doch auch die­se ha­ben mir nun et­was selt­sam ge­schmeckt, ob­wohl ich sie an den Vor­ta­gen noch als lec̓­ker emp­fand. Al­so hab ichs mit wel­chen auf Ei­chen­blät­tern ver­sucht, die dann dann be­stens ge­mun­det ha­ben.
        Daſs mein Ma­gen dann ganz leicht an­deu­te­te, sich viel­leicht sei­nes In­halts zu ent­le­di­gen, füh­re ich auf das zwei­ma­lig ganz leich­te Miſs­ach­ten der Ver­zehr­sper­re zu­rück. Er hat es dann aber, sich schnell wie­der völ­lig be­ru­higt ha­bend, doch noch un­ter­las­sen, was ich wahr­schein­lich mei­nem Ent­schluſs ver­dan­ke, bis zum völ­li­gen sich-Be­ru­higt­ha­ben nichts mehr zu es­sen, was nach ei­ner Vier­tel­stun­de er­fol­greich war, was ich aber si­cher­heits­hal­ber noch sie­ben wei­tere Vier­tels-Stun­den lang fort­setz­te. An die Zit­ter­pap­pel-Mai­kä­fer hab ich mich erst an­dern­tags wie­der ran­ge­traut. Sie wa­ren dann (nach mei­ner Emp­fin­dung) wie­der lecker ge­nieß­bar.
        Hät­te ich vor da­mals 30 Jah­ren (als ich noch meine Nah­rung briet) mich schon von Mai­kä­fern ver­pflegt, so hät­te ich bei dem Vor­fall nicht nur hem­mungs­los vie­le der just un­be­kömm­lich ge­wor­de­nen Kä­fer fut­tern kön­nen, son­dern wä­re da­von dann ge­wiſs auch noch hef­tig (trotz be­ster Schiff­fahrts­taug­lich­keit) see-krank ge­wor­den — aber oh­ne Schiff- oder Boots­fahrt!


Lo­sung

Ein­mal wö­chent­lich hab ich wel­che ge­habt. In die­sen Zu­sam­men­hang ist zu­nächst er­wäh­nens­wert, daſs die Lo­sung voll­kom­men (oh­ne jeg­li­che Zu­füt­te­rung) wilde­nis­er­nähr­ter Tie­re zu­meist stets na­he­zu voll­kom­men ge­ruchs­los ist für die al­ler­mei­sten mensch­li­chen Na­sen — ja so­gar rein­lich an­mu­tend. Und die von eben­so er­nähr­ten Wei­de­tie­ren kann (wenn man ei­nen emp­find­li­chen Rie­cher hat) so­gar leicht kräu­ter-ähn­lich rie­chen.
        Und was bei (mehr oder we­ni­ger) de­na­tu­riert er­nähr­ten Tie­ren −wor­un­ter hier­zu­lan­de auch fast im­mer die land­wirt­schaft­lich ge­hal­te­nen Rin­der fal­len− ei­ne Per­ver­si­on kras­sen Gra­des dar­stellt, näm­lich das Ko­sten de­rer Lo­sung, er­weist bei voll­kom­men wild­nis­er­nähr­ten Wei­de­tie­ren (Hirsch­wild, Dam­wild, Reh­wild, Ha­sen­wild) für den, der un­wis­send mit ver­bun­de­nen Au­gen 1mm³ da­von ko­stet, als stro­hig bis leicht heu­ähn­lich wür­zig. Bei den ost­af­ri­ka­ni­schen Berg­go­ril­las scheint dies eben­so zu sein. Denn sonst wür­den sie ih­re ve­gan-her­ba­le Kost nicht mit ih­rer Lo­sung er­gän­zen.
        An­ge­sichts mei­ner Be­den­ken, daſs die Mai­kä­fer nicht mehr ein­tref­fen könn­ten und dies dann (ge­mäß sämt­li­cher un­ter völ­li­gem Ent­behr tie­ri­scher Nah­rung ge­mach­ten Roh­er­näh­rungs-Er­fah­run­gen) dann letz­lich (ins­be­son­de­re bei aus­schließ­lich Wild­kost) zu völ­li­ger Nicht­ge­nie­ßbar­keit der Ge­mü­se ─und so­mit hier­bei al­so des Wild­grüns─ füh­ren wür­de, be­schloſs ich fest­zu­stel­len, ob −an­ge­sichts mei­ner just vom 25· April bis zum 9· Mai ge­dau­ert ha­ben­den (weit­ge­hendst) ve­ga­nen Pha­se− das mit der (ganz be­son­ders voll­kom­me­nen) Lo­sungs-Ge­ruchs­frei­heit nun auch bei mir zu­trifft.
        Da der Ge­ruch voll­kom­men aus­blieb, stell­te ich noch an­hand ei­nes mm³ ge­nau das Gleiſche fest, das ich auch bei Hirsch−, Reh− und Ha­sen­wild be­reits in Er­fah­rung ha­be. In­fol­ge­des­sen be­faſs­te ich mich da­mit, beim näch­sten­mal (al­so in vor­aus­sicht­lich sie­ben Ta­gen) er­for­der­li­chen­falls die Wie­der­her­stel­lung des (even­tu­ell auf fast Null zu­rück­ge­hen wer­den­den) Be­darfs an wil­dem Grün er­satz­wei­se durch go­ril­la­ge­mä­ßes Wie­der­käu­en be­deut­sam wie­der zu stei­gern, falls ich zu der (die To­tal­sper­re her­vor­ru­fen wer­den­den) wild­nis-ve­gan-her­ba­len Er­näh­rung ge­nö­tigt sein soll­te.
        Denn an­ge­sichts der just wirt­schaft­li­chen Zu­stän­de fän­de ich es −bei noch wei­te­rem Rück­gang der Ren­ta­bi­li­tät von Er­werbs­ar­beit− hoch­gra­dig vor­teils­haft, mich not­falls (auch zu nicht­fruk­ta­len Jah­res­zei­ten) zum Null­ta­rif reich­lich den­noch (schöp­fungs­ge­recht) er­näh­ren zu kön­nen.
        Aber zum Glück sind zwei Ta­ge spä­ter (am 10­ten Mai — also am sechs­ten Wild­nis­tag) reich­lich die nahr­haf­ten Mai­kä­fer end­lich an­ge­kom­men. Als ich da­nach (am 15­ten Mai) er­neut Lo­sungs­gang ge­habt hab, emp­fand ich die­sen nur noch weit­ge­hendst als ge­ruchs­los −und in sehr win­zi­gem Ma­ße so­gar eher als ab­sto­ßend−, wo­mit das (im er­wei­ter­ten Sin­ne ver­stan­de­ne) „Wi­der­käu­en” sich ganz und gar er­üb­rigt hat. Denn das (ur­be­las­sen ro­he) Grün­zeug schmeckt nun­mal auch dann er­heb­lich bes­ser bzw· reich­hal­tiger, wenn es zu­vor von den Kä­fern ge­ges­sen wur­de (bzw· zu Kä­fern ge­wor­den ist).
        Aber ei­nen op­ţio­na­len (oben­drein le­bens­mit­tel­che­mie-frei­en) Aus­weg für er­werbs­ar­beit-be­zo­gen noch un­ren­ta­ble­re Zei­ten hab ich somit im Vor­feld vor­sorg­lich schon­mal an­vi­siert.


kör­per­li­che Be­we­gung

In der er­sten Ver­pfle­gungs­wo­che hat mei­ne Fort­be­we­gungs­lust ste­tig ab­ge­nom­men. Nahr­haf­te­re Es­sa­li­en (in­be­son­de­re Zwetsch­gen­ker­ne, da­ne­ben die Be­cher­lin­ge) ha­ben sie spür­bar ge­stei­gert. Auch das biß­chen Vo­gel­fleisch emp­fand ich als be­deut­sam ener­gie-spen­dend.
        Ab der zwei­ten Er­näh­rungs­wo­che, als die Mai­kä­fer hin­zu­ge­kom­men wa­ren und ich dar­auf­hin er­heb­lich mehr Wild­kraut es­sen konn­te, ist meine Fort­be­we­gungs­lust wie­der spür­bar er­höht wor­den. Pral­ler Son­nen­schein war ihr eher ab­träg­lich; Voll­be­wöl­kung und leich­tes Re­gen­wet­ter (ob­wohl mir Son­ne ei­gent­lich be­deu­tend lie­ber war) war ihr eher dien­lich.
        Mei­ne Ge­len­kig­keit war in den letz­ten Wild­nis­ta­gen be­son­ders groß. Wäh­rend ich ge­wöhn­lich et­was Mü­he ha­be, mei­nen gro­ßen Zeh in den Mund zu be­kom­men, ha­be ich das in der zwei­ten Wild­nis-Halb­zeit spie­lend leicht hin­be­kom­men.


Kör­per­ge­wicht

Wäh­rend der Wild­nis-Ver­pfle­gung hab ich von 70 auf 60 Kg· ab­ge­nom­men — dar­un­ter auch Mus­kel­mas­se. Der an­schlie­ßen­de Wech­sel auf kul­tu­rel­le (Roh)­Nah­rung hat mir die ver­lo­re­nen 10 Kg· bin­nen 10 Ta­gen wie­der ein­ge­bracht. Nach 10 wei­te­ren Ta­gen ha­be ich vor­über­ge­hend so­gar um wei­te­re 3 Kg· zu­ge­nom­men. Der voll­stän­di­ge Mus­kel­wie­der­auf­bau hat ins­ge­samt 35 Ta­ge lang ge­dau­ert.
        Der Ge­wichts­ver­lust wä­re un­ter Ein­be­zie­hung von Win­ter-Ge­la­ger­tem (Äp­fel, Nüs­se, leicht an­ge­welk­ter To­pi­nam­bur) und jah­res­zeit­li­chem Gar­ten­ge­mü­se (Bär­lauch, Zwie­bel­grün, Schnitt­lauch, grü­ner Spar­gel) sehr wahr­schein­lich kaum der Re­de wert ge­we­sen.


An­schlie­ßend ver­zehr­te Kerb­tie­re

Zu Hau­se an­ge­kom­men ko­ste­te ich mei­ne drei Mo­na­te zu­vor zu­ge­leg­ten ─mit­tler­wei­le groß­ge­wor­de­nen─ Mehl­wür­mer (Mehl­kä­fer­ma­den) und ha­be sie als himm­lisch au­ßer­ge­wöhn­lich lec̓­ker emp­fun­den.

Her­aus­ge­ber­ver­merk